Zusätzliche
Aufklärung dringend notwendig
Aktuelle
Umfrage zeigt: COPD bei Erstdiagnose weithin unbekannt
Nur
etwa 15 Prozent aller Patienten mit COPD haben bereits von dieser
Krankheit gehört, wenn sie bei ihnen diagnostiziert wird.
Dies ergab eine im Mai 2009 von der Circle Comm GmbH Agentur
für Gesundheitskommunikation in Kooperation mit der Patientenliga
Atemwegserkrankungen e. V. und der Selbsthilfegruppe Lungenemphysem
COPD Deutschland durchgeführte bundesweite Befragung,
an der sich etwa 100 Ärzte beteiligten. Eine Unkenntnis mit
schwerwiegenden Folgen: Angaben der teilnehmenden Ärzte zufolge
befanden sich neun von zehn Patienten bei der Erstdiagnose der
COPD bereits in einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung,
die tödlich verlaufen kann. Aktuellen Angaben des Statistischen
Bundesamtes zufolge starben im Jahr 2007 über 21.000 Menschen
an COPD, die somit die sechsthäufigste Todesursache in Deutschland
ist.1
Ein
Grund für die späte Diagnose der Erkrankung war nach
Aussage der Ärzte der anfänglich geringe Leidensdruck,
der Patienten erst in fortgeschrittenen Krankheitsstadien dazu
veranlasst, einen Arzt aufzusuchen. Auch die unzureichende Information
der Öffentlichkeit zum Thema COPD bemängelten die Fachleute.
Die Ergebnisse zeigen, wie viel Aufklärungsarbeit in
diesem Bereich noch zu leisten ist, lautet das Fazit von
Patrick Schmidt-Kühnle, bei der Circle Comm GmbH als Seniorberater
für den Bereich Atemwegserkrankungen zuständig. Dies,
so Schmidt-Kühnle weiter, könne beispielsweise im Rahmen
einer umfassenden Informationskampagne geschehen.
Knapp
30 Prozent der befragten Mediziner nutzen nach eigener Aussage
die Möglichkeit, ihre Patienten auf Selbsthilfegruppen (SHG)
in ihrer Nähe aufmerksam zu machen.Ein Anfang, der
aber noch Raum für Steigerungen lässt, meint Dr.
Helmut Berck, Vorsitzender der PatientenligaAtemwegserkrankungen
e. V. Unser Ziel besteht darin, dass den Ärzten der
Hinweis auf die nächste Selbsthilfegruppe in Fleisch und
Blut übergeht. Denn, so Berck weiter, der gegenseitige
Austausch in den Selbsthilfegruppen führe nicht nur zu besser
informierten Patienten und einer höheren Compliance, sondern
vor allem auch zu mehr Lebensqualität. Jens Lingemann, Gründer
und Koordinator der Selbsthilfegruppe Lungenemphysem COPD
Deutschland sieht ebenfalls große Vorteile in einer stärkeren
Einbindung der Selbsthilfegruppen: Eine engere Zusammenarbeit
von Ärzten und Selbsthilfegruppen entlastet auch die Mediziner,
die durch die Patientenorganisationen in der Aufgabe unterstützt
werden, die Patienten zu informieren.
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